Das Einschleichen von Unsitten !!
- einige Gedanken zum Golfsport -
von Gerd H. Sturm, Men`s Captain vom GC Waldeck
Seit längerem beobachte ich, wie sich sukzessive einige Verhaltensweisen und Unarten im Golfsport vermehren. Einige Dinge betreffen die Etikette, andere den fairen Sportsgeist, ich möchte zunächst auf den Sportsgeist eingehen und später auf die Etikette noch zurückkommen.
In den letzten Jahren habe ich bei vielen Golfturnieren mitgespielt, es ist mir immer häufiger, ein für mein Verständnis unsportliches Verhalten aufgefallen, es hat mit dem Spielergebnis des jeweiligen Golfers zu tun, hat der Golfer ein gutes oder sogar sehr gutes Ergebnis erzielt bleibt er bis zum Ende der Siegerehrung, war sein Ergebnis eher schlecht und ist zu erwarten, dass seine Platzierung bei der Siegerehrung keine Erwähnung findet, wird er sofort nach Abgabe der Scorekarten den Golfclub unter Vorgabe eines häufig fadenscheinigen Grundes verlassen. Sicher hat jeder im Laufe eines Jahres im Anschluss an ein Golfturnier noch eine Einladung oder eine sonstige gesellschaftliche Verpflichtung, die Häufigkeit in der solche Termine mit schlechten Resultaten auf dem Grün zusammentreffen sind sehr häufig.
In jeder Sportart gibt es Sieger und Verlierer, wenn bei einer Siegerehrung sich die Sieger gegenseitig Applaus spenden müssen, fehlt es am fairen Sportsgeist bei den Verlierern. Letztlich sagt es auch etwas über die Veränderung in unserer modernen Gesellschaft aus, keiner möchte mehr als Verlierer wahrgenommen werden.
Wie schon zu Beginn erwähnt möchte ich noch einmal zur Etikette zurückkommen, für den ein oder anderen Golfer scheint dies nur ein Begriff zur Beschriftung von Weinflaschen zu sein. Da werden Pitchmarken einfach nicht entfernt, man stelle sich einmal vor, wenn jeden Tag 100 Golfer einen Platz bespielen und 20 davon entfernen ihre Pitchmarken nicht, wie ein Grün nach einer Woche aussieht. Dies sind aber genau die Golfer, die sich als erste über den schlechten Zustand der Grüns im Clubhaus beschweren. Ebenso sieht es bei heraus geschlagenen Divot`s aus, man lässt das Grasschnitzel einfach liegen und geht lässig weiter, auch lässt bei manchen Golfern die Ausrüstung oder die Kleidung etwas zu wünschen übrig, da wird das Tee zum markieren des Balles benutzt, es werden Blue Jeans oder viel zu kurze Hosen getragen, oder mit dem Trolley zwischen Bunker und Grün durchgefahren.
Nicht nur deshalb sollten die erfahrenen Golfer (Flightführer), die neuen und noch nicht so erfahrenen Golfer immer etwas anhalten, auf die Etikette zu achten und das Spiel zügig gestalten. Für den jeweiligen Schlag sollte sich der Golfer Zeit lassen, jedoch kann mit vielen Kleinigkeiten viel Zeit gespart werden. Mit welchem Schläger spiele ich weiter, wo parke ich mein Golfbag, der Score wird nicht auf dem Grün notiert, räume ich während des Turniers mein Golfbag auf, wann esse und trinke ich und wie laut wird geredet, lassen langsam spielende Flights die Schnelleren durch. Dies sind nur einige der Dinge, die mir und sicher auch anderen im Laufe einer Saison auffallen.
Es geht nicht darum einige Golfer mit ihrem Verhalten an den Pranger zu stellen, es geht darum das Erlebnis ?Golf? für Alle zu steigern, es geht um Fairness und Sportsgeist. Unsitten haben die sehr gemeine Eigenschaft sich langsam und stetig zu etablieren. In diesem Sinne wünsche ich allen Golferinnen und Golfern weiterhin ein schönes Spiel.
Gerd H. Sturm
Men`s - Captian der Hermina vom Golfclub Waldeck
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